Theater-AG

Theater-AG

So ein Theater…..

Das Video, das anlässlich der Premiere unseres Theaterstücks gedreht wurde, hält in Anbetracht seines Alters, der unzureichenden Beleuchtung sowie der Qualität der damaligen Videotechnik heutigen Ansprüchen in keiner Weise mehr stand. Dennoch bleibt es ein Zeitdokument und gibt etwas vom damaligen Zeitgeist wieder, der sich zum einen inhaltlich widerspiegelt und zum anderen zeigt, wie wir damals Dinge auf den Weg gebracht haben, die uns Spaß gemacht haben. Beim Betrachten des Videos – wir geben hier den Auftritt nur auszugsweise wieder – war ich immer mal wieder peinlich berührt ob unseres Diletantismus und einer gewissen Langatmigkeit (gähn….). Der Spannungsbogen war oft nicht vorhanden, eine Stringenz schwer zu erkennen. Aber es hatte Charme.

Und doch war es toll, das wieder anzusehen und in den Sog der Zeit zu geraten. Die Zuschauer hatten offenbar viel Spaß, einzelne besonders laute Lacher sind bestimmten Personen heute noch klar zuzuordnen. Viele Themen waren natürlich zeitbezogen, die Stücke waren alle selbst geschrieben und inszeniert, selbst die Lichtanlage haben wir eigenhändig gebaut. Auch die Plakate von „Maul & Motz“ – so nannten wir uns – haben wir entworfen, gedruckt und schließlich geklebt. Ein Do-It-Yourself-Unternehmen wie es im Buche steht.

Auch uns selbst und das JZ haben wir in einem Stück kräftig auf die Schippe genommen (Jugendausschuss, Frauenbewegung, Deutscher Kaiser….), der Wiedererkennungswert im Publikum war beträchtlich – das kam gut an. Denn eines waren wir sicherlich nicht: verbissen. Alles in allem war es ein wunderbarer Abend für uns (und ich glaube auch für das zahlreiche Publikum), auch wenn nicht alles wie am Schnürchen lief. Da wurde halt improvisiert.

Entstanden ist die Theatergruppe meiner Erinnerung nach aus einem gemeinsamen Geburtstagsfest von fünf damaligen Aktivisten, die nicht nur feiern, tanzen und trinken wollten, sondern auch selbst was bieten. Also wurde ein Sketch zum Besten gegeben und das hat einige derart ermuntert, dass sie die Theatergruppe gründeten. Mit unserer „Maul & Motz Theater – Revue“ sind wir dann noch für ein paar Termine mehr oder weniger erfolgreich auf „Tournee“ gegangen, danach haben wir uns dem Jugendtheaterstück „Alles Plastik“ gewidmet, für das wir ein Jahr intensiv geprobt haben. Es kam zweimal im ausverkauften großen Saal des JZ unter großem Beifall zur Aufführung – danach war Schluss. Warum? Die endlosen Proben hatten uns überfordert und die Luft war damit raus. Schade. Es war dennoch eine tolle Zeit.