Die schwarze Kunst
Viele unserer Printmedien wie Jugendzentrumszeitung, Flugblätter, Plakate und Aufkleber wurden selbst und in Eigenregie hergestellt. Nachdem uns die Stadt eine alte Druckmaschine zu einem Billigtarif zur Verfügung gestellt hatte (sie wollten unsere Flugblätter nicht mehr in einer kommunalen Stelle drucken), liefen im alten JZ die Walzen heiß. Da war noch nicht die Rede von kopieren im heutigen Stil, nein, es mussten Texte abgetippt und dann Matrizen hergestellt werden, um einigermaßen lesbare Ergebnisse zu bekommen. Da waren schwarze Finger angesagt! Aber wir waren autonom.
Später gründete sich eine Druckerfraktion, die auf Seminaren und unter Anleitung von Dieter Poschen vom Dachverband den Siebdruck erlernte. Die Anfänge waren bescheiden, doch mit zunehmender Praxis wurden Plakate und Aufkleber hergestellt, die sich sehen lassen konnten. Der Prozess war sehr aufwendig, aber wir hatten Spaß dabei und das JZ sparte durch das Druckverfahren auch Geld. Zudem waren viele der Druckerzeugnisse von individuellem und beinahe künstlerischem Wert. Irgendwann wurden sogar Druckaufträge angenommen, die durchaus professionell anzuschauen waren.