Lederwerk

Das Lederwerk

Die Zeit im alten Lederwerk war eine sehr produktive Phase, aber auch geprägt von harten Kämpfen mit der Stadtverwaltung und Parteienvertretern vom rechten Ufer. Es entstanden die ersten Arbeitskreise, eine Zeitung und ein reges Kulturprogramm. Die Konzerte – meist Folk- lastig – fanden in einer sehr intimen und familiären Atmosphäre statt. Die Tanzparties waren legendär und uferten oft bis in die frühen Morgenstunden aus. Am Sonntag gingen wir wandern, um die vernebelten Hirne wieder frei zu bekommen. Das ein oder andere Bier ging bei der anschließenden Einkehr in ein Wirtshaus schon wieder und am Abend gab es Kino im JZ. Es herrschte eine Art Aufbruchsstimmung, wir waren begeisterungsfähig und entwickelten immer neue Ideen, wie wir das JZ voranbringen konnten. Ich denke, man kann es oft an den Gesichtern auf den Fotos ablesen, wie es um unseren Seelenzustand bestellt war. Die Kulisse des alten, abriss bereiten Lederwerksgeländes hatte zudem eine eigene Atmosphäre und war Abenteuerspielplatz zugleich. Unvergessen das erste Open Air Konzert im Hof mit dem „Pfeilhalde Orchester“ bei Fackelschein in der post-industriellen Ruine.