Impressionen in Ruinen

Das Lederwerk bestand nicht nur aus dem Jugendzentrum, denn das war nur der zivilisierte Teil. Rund um das Jugendzentrum gab es "Lost Places", wie man ausrangierte Gebäude heute nennt, die viele Besucher zum Besichtigen einluden. Alte Industrieanlagen übten schon immer einen großen Reiz aus und regten die Fantasie an. Das Lederwerk hatte zwar nicht die Dimensionen der Zeche in Völklingen (deren Besuch sich absolut lohnt), jedoch auch den Charme vergangener Zeiten. Es war eine Art Spielplatz für uns, immer wieder streiften Besucher durch die alten Anlagen um die Atmospäre in sich aufzunehmen oder das ein oder andere Relikt zu finden. Das erste Konzert, das im JZ stattfand, war auch gleich ein "Open-Air" im Hof. Nach Anbruch der Dunkelheit tauchten Fackeln das Industriegelände in eine fantastisches Licht zu den Klängen des "Pfeilhalde Rock Orchesters". Ein unvergessliches Erlebnis für die, die dabei waren. Später wurde das Gelände auch Darsteller in einem "Tatort", der hier in der Region spielte. Darin wurde irgendwo in der Umgebung ein Geldtransporter überfallen, später bog dann das Fluchtauto von Bammental kommend in den Hof des JZ ein und verschwand in einer der alten Fabrikhallen. Dort wurde der Wagen getauscht und die Gangster rauschten durch den Hof wieder ab.

Für einige Besucher war das Gelände jedoch meist Inspiration, wie die folgenden Fotos zeigen. Es war nicht immer ungefährlich sich in den Ruinen zu bewegen und eigentlich auch verboten, aber das war uns egal. Die "Lebenstrümmer" lagen vor uns, es gab Unmengen inspirierender Motive für die Hobbyfotografen unter uns.

50 Jahre später steht an diesem Platz ein Edeka samt großflächigem Parkplatz. Die Fantasie blieb auf der Strecke.....