Abriss Holzbaracke

Legal, illegal, scheißegal……

Es fällt heute immer noch schwer, sich mit diesem Thema auseinanderzu- setzen. Die Ungeheuerlichkeit eines Bürgermeisters, sich über Gesetze hinweg zu setzen und damit alles zu zerstören, was wir uns in jahrelanger Arbeit aufgebaut hatten, ist nicht vergessen. Dass er mit seinem rechtswidrigen Verhalten durchkam ist ebenso ein Skandal, er hätte damals geteert und gefedert aus der Stadt gejagt werden müssen. Dabei haben wir es kommen sehen: in einem Flugblatt kurz vor dem Abriss wiesen wir genau auf diesen Sachverhalt hin; die Stadt hätte eine Räumungsklage erwirken müssen (siehe „Infoblatt 1“). Und kurz danach passierte es auch („Infoblatt 2): es wurden vollendete Tatsachen geschaffen.  Empörte Stellungnahmen von SPD  („Offener Brief“), DGB und ÖTV folgten. Auch hier verfolgte die Stadtverwaltung eine harte Linie, indem sie Plakate von JZ und SPD, die protestierten und zum Besuch der Gemeinderatssitzung über den Abriss aufriefen, einfach abhängten. Auch im damaligen Reha-Zentrum (heute SRH Stiftung) wurde von Seiten der Geschäftsführung massiv Druck auf den Personalrat ausgeübt. Auch hier wurden Plakate abgehängt und Rechtsmittel beschritten. Die Angst war groß, denn allein im Reha wurden über 500 Unterschriften gegen den Abriss gesammelt ( siehe Dokumente 4 und 5). Das JZ geißelte die Weigerung des Stadtrats für diese Sitzung in einen größeren Saal umzuziehen zudem mit einem Flugblatt (Info 6), indem auch Herrn Schuster die ominöse Politikerkrankheit des „nicht Erinnerns“ attestiert wurde.

Die Empörung in der Stadt war groß, aber nicht alle Bürger waren unserer Meinung, wie der handschriftliche Eintrag auf einem Flugblatt beweist ( 7 „Das JZ stellt klar“). Die Heckenschützenmentalität so mancher „braver“ Bürger bewies sich einmal mehr…….

Zu guter Letzt blieb uns nur noch die Flucht in die Ironie (siehe Anzeige Neckarbote). Das Ganze hatte aber noch eine weitere Episode zu bieten: die Vorkommnisse um den Festakt zur 1000 Jahr-Feier der Stadt Neckargemünd mit dem damaligen Ministerpräsidenten Lothar Späth. Wir ließen es uns nicht nehmen, den Festakt während Schusters Rede massiv zu stören, was zur Folge hatte, dass die anwesenden Polizeikräfte Teile von uns raus räumten. Die CDU nahm dies noch einmal zum Anlass, öffentlich nachzuharken (gibt es dieses Pamphlet noch irgendwo?). Unsere deftige Antwort ließ nicht lange auf sich warten und trug die Sprache der Wut in sich.

Dienstaufsichtsbeschwerden, Klagen und Rücktrittsforderungen hatten keinen Erfolg, so dass dieser Gesetzesbrecher noch 13 Jahre im Amt blieb.